Sirens in the press


Sirenen

.....  Noch beeindruckender war ein kleines Konzert am späten Freitagabend. Es sangen die Sirens of Berlin, junge Berliner Musikerinnen. Der englische Name ist Programm, die meisten sangen nur oder überwiegend auf Englisch. K. C. Mckanzie tat das so überzeugend, dass man bei ihren melancholischen Liedern über »sailors and coalminers, love and whiskey« nur die Augen schließen brauchte, um eine verregnete englische Landschaft vor sich zu sehen. ...
Danach füllte die Powerfrau Caró allein mit ihrem kraftvollen Gesang den Festivalklub problemlos aus. Sie sagt mit Stimme und Gitarre so viel, dass sie keine Begleitband brauchte. Und »Talking 'Bout A Revolution« von Tracy Chapman sang sie so überzeugend, als sei es ihr eigenes Lied. Es gibt Menschen, die ein Rätsel sind. Caró zählt wohl dazu. Sie wirkt, als hätte sie seit ihrer Geburt nichts anderes getan, als auf der Bühne zu stehen.
Stephanie Forryan war dann die Erste, die mit gutem Grund Englisch sang. Die Frau aus Massachusetts lebt erst seit 2003 in Berlin. Leider ging ihre Altstimme zuweilen in der lauten Geräuschkulisse im Festivalklub unter. Manchmal sollten Soundchecks eben doch nicht nur zwei Minuten dauern. Trotzdem: Forryans Lied gegen den Irakkrieg ging unter die Haut.
Den Abschluss bildete Pam Bethke, die erste Künstlerin, die konsequent deutsch sang. Zusammen mit der Geigerin Nora Bösel und dem Gitarristen Arndt Bethke spielte sie unter anderem über »Diese Stille«. Und inzwischen funktionierte sogar dieses Lied. Denn es ist halb zwei und im Festivalklub sind nur noch die, die sich wirklich für die Musik der Frauen interessieren. 
 
Nils Floreck (ND 28.02.05)

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